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Tiefer Graben, wo einst ein Bach durch die Stadt floss

Tiefer Graben, wo einst ein Bach durch die Stadt floss

Wer in der Innenstadt die Wipplingerstraße entlanggeht, überquert plötzlich eine Brücke, mitten in der Stadt und ganz ohne Wasser. Darunter liegt der Tiefe Graben, eine Straße, die deutlich tiefer verläuft als ihre Umgebung. Hier floss einst ein Bach durch eine natürliche Senke, und zur Römerzeit bildete sie die Grenze des Legionslagers Vindobona. Wo heute die Hohe Brücke steht, stand damals ein Torturm des Lagers.

Im Mittelalter wurde das Wasser umgeleitet, und am Tiefen Graben siedelten sich Handwerker an, die viel Wasser brauchten, etwa Gerber. Die Bäche rund um das Zentrum verschwanden später ganz unter der Erde. Der Ottakringer Bach wurde zwischen 1837 und 1840 vollständig eingewölbt und fließt bis heute im Kanal unter der Stadt. Die heutige Hohe Brücke entstand 1903 und 1904 im Jugendstil, über Stiegen kommt man von oben hinunter in den Graben. Übrigens wohnte hier im Sommer 1773 Mozart, und auch Beethoven lebte eine Zeit lang am Tiefen Graben.

Öffnungszeiten:
Eintritt frei, jederzeit zugänglich Foto: Brüder Kohn KG (B. K. W. I.) (Hersteller), 1., Tiefer Graben - mit neuer Hoher Brücke, Blick Richtung Concordiaplatz, Ansichtskarte, nach 1904, Wien Museum Inv.-Nr. 105275/132, CC0
Adresse:
Hohe Brücke in der Wipplingerstraße, 1010 Wien
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